Alles wird gut. Oder?

Sicherlich ist dieser Satz eines der meistbemühten Mantras der vergangenen Wochen. Tausende Fenster sind dekoriert mit selbstgemalten Kinderbildern. Darauf ist ein Regenbogen gemalt und darunter steht der Satz Alles wird gut. Eine 24-Stunden-Liveshow, die Ende März aus dem leeren Hallenstadion Zürich in die heimischen Wohnzimmer übertragen wurde, trug ebenfalls diesen Titel. Und es funktioniert auch auf Italienisch: Unter dem Hashtag #andratuttobene machen die besonders hart getroffenen Italiener einander Mut in den sozialen Netzwerken.

Wir Menschen tun gut daran, einander in der Krise Mut zuzusprechen; einander auf das Licht am Ende des Tunnels hinzuweisen. Hoffnung – was für ein geniales Wort! Doch lassen Sie sich bitte einladen, für einen kurzen Moment innezuhalten und mal etwas weiterzudenken: Wird wirklich alles gut? Na klar: Die Pandemie wird irgendwann vorüber sein. Von der Wirtschaftskrise werden wir uns erholen. Lieferengpässe werden wohl nicht zum ständigen Begleiter werden. Und auch die schrecklich nervigen Gesichtsmasken werden wir bestimmt nicht ewig beim Einkaufen oder in der Bahn tragen müssen. Ja, wir werden die Krise bewältigen – aber wird dann alles gut sein?

Denken Sie an den Außendienstler, der während der Finanzkrise 2008 seinen Job verloren hat. „Alles wird gut!“, sagt er sich. Er wagt den Schritt in die Selbständigkeit, baut sich während einiger mühevoller und entbehrungsreicher Jahre ein neues Geschäft auf. Dann erfährt er von der Leukämie seiner Tochter. Alles wird gut?

Denken Sie an die Jura-Studentin, die sich leidenschaftlich für Musik begeistert. Am Abend des 13. November 2015 entgeht sie im Pariser Club Bataclan nur knapp einem Anschlag. Die Erleichterung, gesund nach Hause zurückzukehren ist riesig – bei ihr selbst, Verwandten, Freunden. „Alles wird gut!“, sagen sie zu ihr. Dann stellt sich eine Posttraumatische Belastungsstörung ein: Schlaflosigkeit, Angst, Konzentrationsprobleme bestimmen nun ihr Leben. Alles wird gut?

Denken Sie an den Herzblut-Fußballfan, der sich nach Spielende bei einer Prügelei auf dem Weg zur Straßenbahn einen komplizierten Beinbruch zuzieht. „Alles wird gut!“, sprechen seine Kumpel ihm Mut zu. Operationen, Krankenbett, Physiotherapie bringt er erfolgreich hinter sich. Nach knapp einem Jahr steht er wieder in seiner Kurve. Dann steigt der Verein seines Herzens in die zweite Liga ab. Alles wird gut?

Wird wirklich alles gut?

Viele Menschen rund um den Globus ringen gerade jetzt mit der beängstigenden Erkenntnis: Nicht alles wird gut. Kinder, die nie wieder Oma und Opa besuchen werden. Frischverliebte, die die Umarmung ihres Lieblingsmenschen nie wieder spüren werden. Eltern, die ihr Kind an das Virus verloren haben. Für viele ist nichts mehr wie vorher. Betroffene ahnen oder wissen: Es wird nicht alles wieder gut! 

Und wenn doch? Angenommen, in einem Jahr schauen Sie auf die Krise zurück. Sie sind gesund geblieben, haben Ihren Job behalten, haben keinen Todesfall zu beklagen unter den Menschen, die ihnen lieb sind. „Alles wird gut!“ scheint wieder einmal gestimmt zu haben. Aber ist es wirklich so? Eine der vielleicht größten Krisen des Jahrhunderts haben Sie überstanden und dabei doch die wichtigste Frage Ihres Lebens noch unbeantwortet gelassen:
Wie stehe ich zu Gott, meinem Schöpfer? Und wie steht Gott zu mir?

Eine feste Zuversicht

Wird Ihr „Alles wird gut!“ über das Leben hinaus reichen? Wird es reichen, wenn Gott Ihr Leben genauer unter die Lupe nimmt? In der Bibel macht Gott klar: „Es steht den Menschen bevor, einmal zu sterben, danach aber das Gericht.“ (Die Bibel, Hebräer 9,27) Bei dieser Gerichtsverhandlung geht es um nicht weniger als das ewige Leben oder den ewigen Tod. Corona wird sich für viele nicht als die größte Krise ihres Lebens erweisen, ebenso wenig Arbeitslosigkeit, ein Börsencrash oder etwas dergleichen. Die größte Katastrophe im Leben vieler Menschen wird es sein, an jenem Gerichtstag mit leeren Händen dazustehen; sich auf diese wichtige Verhandlung nicht vorbereitet zu haben. Gottes Zorn wird sich gegen sie richten (Die Bibel, Römer 2,5).

Doch heute ist darüber das letzte Wort noch nicht gesprochen. Heute ist die Gelegenheit, innezuhalten und über die entscheidende Frage des Lebens nachzudenken. Noch ist Zeit dafür! Kein Mensch wird an jenem Tag des Gerichts vor Gott stehen und genügend Gutes getan bzw. Schlechtes unterlassen haben, um sich einen Platz im Himmel zu sichern. Aber für all das Schlechte unseres Lebens ist Jesus Christus am Kreuz bereits bestraft worden. Wer an ihn glaubt, wird nicht verloren gehen, sondern ewig leben, so lautet Gottes Zusage (Die Bibel, Johannes 3,16).

Alles wird gut – ein sehr zweifelhafter Satz für viele Menschen, auch wenn man die Corona-Krise relativ unbeschadet überstehen sollte. Andere dagegen haben in dieser Krise vielleicht viel verloren – Job, Vermögen, Gesundheit – und leben doch mit der Gewissheit, dass ihr Verhältnis zu Gott geklärt ist und dass sie im Frieden mit ihm sind. Ihr Leben mag erschüttert worden sein durch Krisen und Katastrophen hinaus, aber über das Leben hinaus können sie die feste Zuversicht haben: Alles wird gut!

AUTOR: Michael, verheiratet, 4 Kinder, 31 Jahre, Lehrer

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