Leben hinter der Maske

Es nervt, es nervt, ES NERVT! Meine selbstgenähte Gesichtsmaske und ich, wir werden in diesem Leben keine Freunde mehr! Entweder ziehe ich sie so an, wie man es sollte, sodass Mund und Nase bedeckt sind; dann entweicht aber bei jedem Atemzug ein kleines bisschen Luft nach oben und meine Brille beschlägt im Nu. Oder ich lasse die Nase draußen, kann besser atmen und meine Brille beschlägt nicht; aber da habe ich die Rechnung ohne die Kassiererin beim DM gemacht: „Ziehen Sie die Maske über die Nase, sonst bringt das alles nichts!!!“ Dritte Möglichkeit: Ich lasse meine Brille in der Tasche verschwinden; dann allerdings stelle ich augenblicklich fest, wie schlecht meine Augen inzwischen sind.

Neulich verließ ich das Haus, um einen kleinen Einkauf zu machen. Bevor ich die Wohnungstür zuzog, klopfte ich mir von außen auf die Jackentasche, um mich zu vergewissern, dass ich meine Maske dabei hatte. Als ich auf dem Parkplatz ankam, wollte ich meine Maske aufsetzen. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen, als ich feststellte, dass ich versehentlich die Maske meines 6-jährigen Sohnes eingepackt hatte: Batman-Muster, na bravo!

Und Sie? Bestimmt haben Sie auch die eine oder andere Geschichte mit Ihrer Maske erlebt. Vielleicht haben Sie noch vor einigen Wochen die vereinzelten Maskenträger belächelt. Jetzt sind Sie selbst einer, ich ebenfalls, jeder andere auch: Wir sitzen alle im selben Boot. Kein Einkauf, kein Taxi, kein ÖPNV ohne Maske. Vielleicht geht es Ihnen wie mir und Sie sehnen jetzt schon den Tag herbei, an dem Sie Ihre Maske in die Kiste mit alten Erinnerungen werfen dürfen…

Die Maske: Neue Mode oder alter Hut?

Ist es nicht verwunderlich, dass wir Menschen so schlecht mit Masken umgehen können, obwohl die meisten von uns doch den Großteil ihres Lebens mit Maske herumlaufen?
Morgens um 6:30 Uhr hat die 14-Jährige Pia noch den Riesenkrach mit Mama; die Spülmaschine ist mal wieder nicht ausgeräumt, obwohl es so vereinbart war. Harsche Worte fliegen hin und her, die Wut in der Luft lässt sich fast greifen, Tränen fließen. Um kurz vor 7 verschwindet Pia noch kurz im Bad, Schminke drüber, keiner wird’s merken. Dann kann es zur Schule gehen.
„Schatz, heute wird es später, ich muss nochmal zum Kunden raus“, so lautet die Sprachnachricht, die Norbert seiner Frau am frühen Abend schickt. Die nächsten paar Stunden, die Norbert mit der Brünetten aus der Buchhaltung verbringt, haben mit Kundentermin nicht viel zu tun… Auf dem Weg nach Hause noch schnell ein Blumenstrauß von der Tankstelle, ein Lächeln aufgesetzt und „Hallo Liebling, endlich zuhause!“ heißt es, als er die Wohnung betritt.
„Wir stehen für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, ab Juni erhalten Sie bei uns an der Kasse keine Plastiktüten mehr.“, so rühmt sich die Einzelhandelskette. Dass die T-Shirts, die sie zum Preis von 2,99€ verkaufen, in keinem Land der Welt unter fairen, menschlichen und nachhaltigen Bedingungen produziert sein können, wissen wir alle. Aber von der Nachhaltigkeits-Maske lassen wir uns nur zu gern blenden und unser Gewissen beruhigen. Hauptsache keine Plastiktüten mehr an der Kasse…

Eine alte, aber wahre Geschichte

Lassen Sie mich Ihnen eine Geschichte erzählen: Ein junger Bursche entscheidet sich für eine militärische Laufbahn. Er durchläuft die Grundausbildung zur absoluten Zufriedenheit seiner Ausbilder. Er ist ein Musterexemplar an Disziplin, Ehrgeiz, Tapferkeit, Durchhaltevermögen, kurzum: Es gibt kaum eine Tugend eines Soldaten, die dieser junge Mann nicht in Perfektion verkörpert. Es dauert nicht lange, bis die erste Beförderung ins Haus steht. Und dabei bleibt es nicht: Rang um Rang steigt er auf, die Liste seiner militärischen Erfolge wird länger und länger. Schon bald bietet die Uniform kaum noch genug Platz für die ganzen Orden, die er ansammelt. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er am oberen Ende der Karriereleiter ankommt: Sein König übergibt ihm den Oberbefehl über die gesamten Truppen seines Reiches.

Dann folgt der Schock: Lepra. Diese Krankheit, bei der Nerven absterben und Betroffene ganze Gliedmaße verlieren können, machte es noch bis in die jüngere Vergangenheit erforderlich, die Erkrankten strikt zu isolieren. Im Altertum ebenso: Die Leprakranken wurden in Leprakolonien in Isolation gehalten, mit möglichst weitem Abstand zur restlichen Zivilisation, gerne auch mal auf einer Insel vor der Küste. Doch was tut der junge Mann in unserer Geschichte? Er lebt sein Leben weiter. „Quarantäne? Ohne mich!“ Das Absterben der Nerven, die Fäulnis der Haut, das Abfallen von Gliedmaßen – all das versucht er hinter einer Maske zu verstecken. Seine Maske besteht aus zahlreichen Orden, einer glänzenden Rüstung und seiner tadellosen Militärlaufbahn. Nur er selbst und sein privates Umfeld wissen, wie es hinter der Fassade seines Lebens aussieht.

 

Sind wir besser?

Sind Sie besser als dieser Mann? Bin ich besser? Was verstecken wir hinter der Fassade unseres Lebens? Was verstecken Sie hinter Ihrem Lächeln? Was verbergen Sie hinter Ihrem ehrenamtlichen Engagement? Über was täuschen Sie hinweg durch Ihr gepflegtes Äußeres? Wahrscheinlich haben Sie noch nie eine Bank ausgeraubt, bestimmt sind Sie noch nie untreu gewesen, ja vielleicht versuchen Sie sogar jede noch so kleine Lüge zu vermeiden. Aber reicht das alles aus? Wie beurteilt Gott, unser Schöpfer, unser Leben? „Alle haben ja gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verspielt.“, sagt die Bibel im Römerbrief Kapitel 3 Vers 23 und „Der Lohn der Sünde ist der Tod“ einige Kapitel weiter (Römer 6,23). Das, was hinter der Fassade Ihres und meines Lebens zum Vorschein käme, wenn wir die Fassade mal fallen ließen, trennt uns von Gott und verurteilt uns zum ewigen Tod! „Unheilbar“ lautet das Stichwort, so wie bei der Lepra.

Wenn „unheilbar“ nicht das letzte Wort ist…

Die Geschichte von dem leprakranken Kommandeur geht noch weiter: Eine Kriegsgefangene ausgerechnet, ein junges Mädchen, das er mit seinen Truppen aus ihrer Heimat entführt hat und als Sklavin seiner Frau übergeben hat, sie hat Mitleid mit ihm, als sie von seinem Zustand erfährt. Sie verweist ihn auf einen Mann Gottes in ihrer Heimat, denn sie weiß: Wenn ihm noch irgendjemand helfen kann, dann Gott. Der General macht sich auf den Weg, reist mit seinem Gefolge in das Feindesland und bekommt dort eine merkwürdige Anweisung: In einem Fluss soll er sich baden. Nun kommt die Stunde der Wahrheit. Vor seinem ganzen Gefolge und den Passanten am Flussufer muss er alle Hüllen fallen lassen und seinen erbärmlichen Zustand offenbar machen. Doch was er niemals zu hoffen wagte, geschieht: Er wird vollständig gesund. Nicht länger muss er sich schämen für das, was hinter seiner Fassade vor sich ging. Die ganze Geschichte können Sie nachlesen in der Bibel, zweites Buch der Könige, Kapitel 5.

Treffen Sie Ihre Entscheidung!

Meinem 9 Monate alten Sohn macht die derzeitige Maskerade Angst. Wenn Mama und Papa im Geschäft hinter einer Maske verschwinden, sieht man die Verunsicherung seinem kleinen Gesicht schon ganz deutlich an. Wir beeilen uns dann mit dem Einkauf und wenn wir anschließend die Maske wieder absetzen, strahlt das kleine Kerlchen vor Erleichterung. Es ist schön, wenn man die Maske absetzen kann, weil man dahinter nichts zu verbergen hat. Nicht dass irgendjemand perfekt wäre und sich für nichts schämen müsste, aber: Gottes Angebot, hinter unserer Fassade aufzuräumen und uns echte Heilung zu schenken, gilt bis heute. Wer das in Anspruch genommen und erlebt hat, kann ohne Sorge sein: Kein Röntgenstrahl oder Ultraschall könnte an seinem Leben noch irgendetwas zu Tage fördern, was Gott nicht bereits vergeben hat. Das ist eine fantastische Gewissheit!

AUTOR: Michael, verheiratet, 4 Kinder, 31 Jahre, Lehrer

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